2018 Mittelaltercamp 1

Camptagebuch

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Freitag, 06.07.2018

Seit gestern sind wir jetzt schon auf der Burg. Es wurde bereits fleißig gehämmert, gespült und verzweifelt versucht, die Heringe in den hartnäckigen und steinigen Boden zu schlagen. Letztlich hat aber alles geklappt. Die Zelte stehen, ebenso die Dusche und auch in der Küche sieht es schon wunderbar aus. Nun können wir gemütlich morgen die Ruhe vor dem Sturm genießen und die letzten Kleinigkeiten zu Ende bringen. Die Stimmung ist dementsprechend bei strahlendem Sonnenschein super und alle freuen sich auf die kommende Woche. Na dann ist ja alles perfekt.. außer natürlich, dass noch die kleinen Knappen und Burgfräulein fehlen ;)

 

Sonntag, 08.07.2018

Heute war es endlich soweit. Pünktlich um 14.30 Uhr stürmten viele kleine Krieger und Kriegerinnen auf die Burg und hatten diese und uns in Windeseile erobert. Nachdem die organisatorischen Angelegenheiten erledigt waren, wurden die Eltern verabschiedet und vom Platz gewiesen. Der Eine konnte sich ein zwei Abschiedstränen nicht verkneifen, ein Anderer wollte seine Eltern mit den Worten: „Aber jetzt gehn ner!“ direkt loswerden. Insgesamt wurde der Abschied aber gut aufgenommen. Danach wurden direkt die Zelte verteilt und bezogen. Ebenso erfolgte eine ausgiebige Burgbegehung mit Gefahreneinweisung. Gestärkt durch eine kleine Zwischenmahlzeit lernten wir uns bei ein paar kleinen Spielen kennen. Beim Abendessen wurden schon so viele Portionen Spagetti Bolognese verschlungen wie schon seit Jahren nicht mehr. Als die letzten noch spülten wurde auf der großen Wiese das erste Geländespiel aufgebaut: Die berühmt berüchtigten Müdmachspiele. Nachdem ausgiebig gerannt und sich ausgepowert wurde, ging es zum Zähneputzen und zur Gute-Nacht-Geschichte nach oben auf die Burg. In dieser trafen unsere Recken und Reckinnen auf Jorid, ein Menschenmädchen, Felix den Zwergen und Sebastian den Elben, die gemeinsam das Fest der Götter besuchten. Warum der mächtige Siegelstein zerbrochen war erfahren wir morgen. Nun erwarten wir mit Spannung den morgigen Tag.

 

Montag, 09.07.2018

Nach einer kurzen und aufregenden ersten Nacht begann unser erster vollständiger Tag für manche bereits in den frühen Morgenstunden. Das reichhaltige Frühstück hatte doch bald alle Lebensgeister geweckt und die Burgfräuleins und Knappen konnten sich, bereits ein erstes Mal die neue Gewandung ausprobiert, in den morgendlichen Workshops austoben. Die Holzwerkstatt öffnete ihre Pforten, und wer keinen Bedarf für Holzwaffen aller Art hatte konnte seiner Kreativität beim Filzen freien Lauf lassen. Kampfeslustige Reckinnen und Recken zogen am Nachmittag schon in die Arena ein, um ihre Kraft und Geschicklichkeit beim Schwerttraining auf die Probe zu stellen und an ihren Fertigkeiten zu feilen. Der über den Tag gewachsene Hunger wurde am Abend erfolgreich mit einem Berg Maultaschen gestillt, und die dann prall gefüllten Bäuche konnten bei einem Mittelalterquiz ausgeruht werden, welches eher den Verstand der jungen Burgbewohner beanspruchte. Die mit Talern überhäuften, stolzen Sieger ließen sich sodann in der Runde zur Gute-Nacht-Geschichte nieder und fielen alsbald müde und zufrieden, manche von ein wenig Heimweh begleitet, in einen nun hoffentlich langen und ruhigen Schlaf.

 

Dienstag, 10.07.2018

Mit einem vorgezogenen Langschläfertag und einem ausgedehnten Frühstück starteten wir in den Tag, womit sich zumindest unsere Hoffnung auf ausgeschlafene Kinder erfüllte. So konnten die Burgbewohner munter und freudig mit den Workshops beginnen. Endlich konnte sich ein Jeder vollständig in bunte Gewandung hüllen und sich mit den neuen Mänteln und Gugeln vor den wenigen Regentropfen schützen. Auch wurden vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung von Schmuck und Lederarbeiten geboten, mit denen der mittelalterliche Look komplettiert werden konnte. Vor jedem Zelt flattert nun das selbstgemalte Wappen der tapferen Reckinnen und Recken, die auch heute mit frisch verzierten Schilden beim Kampftraining die Arena unsicher machten. Nach dem vorzüglichen Abendessen wurde der Teamgeist bei einer Runde Capture the Flag gestärkt und die müden Krieger ließen sich zur Gute-Nacht-Geschichte in der Taverne nieder, bevor sich nun erneut die Nacht über unsere Burg legt.

 

Mittwoch, 11.07.2018

Nach einem weiteren Langschläfermorgen widmeten sich die ehemals müden, nun ausgeschlafenen Krieger auch heute wieder den schönen Dingen des Lebens in den Holz-, Schmuck- und Lederwerkstätten. Im Laufe des Vormittags rief die Ausbilderin der Waldläufergilde zum ersten Waldläufertraining und am Nachmittag wurden den jungen Knappen und Burgfräulein die ritterlichen Tugenden im Rahmen der Ritterolympiade nähergebracht, für deren Sieger eine satte Belohnung winkte. Zur großen Freude der Kinder wurde der Nachmittag von mittelalterlichen Tänzen abgerundet, welche natürlich bei der Ausbildung von Knappen zu Rittern nicht fehlen dürfen. Die sich an Spannung immer weiter steigernde Gute-Nacht-Geschichte geleitete die Kinder schlussendlich in ihre Schlafsäcke, welche diese mit ihrer wohligen Wärme sofort dem Schlaf in seine Arme übergaben.

 

Donnerstag, 12.07.2018

Auch an diesem ruhigen Morgen stieg die Sonne viel zu früh in den Himmel, um den Tag zu beginnen. Müdigkeit prägte das Bild in der Taverne, als manche Nasen drohend nah an die eigene Müslischale sanken. Dennoch erwachten die Lebensgeister rechtzeitig für die Workshopphase. Abenteurer machten den Wald unsicher, Pfeile wurden präzise im Ziel versenkt und fleißige Hände filzten und stellten Seife her. Ein Highlight des Tages war die Unterstützung der Seildreher aus Gangloff, die mit ihrer Kunst den Knappen und Burgfräuleins viele Seile fertigten und mit vielerlei Geschichten die Zeit zu vertreiben wussten.

Pünktlich zur Heldendusche am Nachmittag stießen einige Gäste mit helfenden Händen zur Truppe hinzu. Diese konnten nur staunen, als Heerscharen von Kindern mit Wasser und Seife übergossen und damit das allgemeine Geruchsniveau gehoben wurde. Frisch und wohlriechend wurde dann das Tanzbein geschwungen.

Nach einer wieder mal erfüllenden Mahlzeit am Abend wurde abermals das ganze Gelände der Burg unsicher gemacht: Viele wertvolle Energiekristalle waren verteilt worden und luden zu einer Schatzsuche ein. Natürlich wollten die verschiedenen Lager die meisten Edelsteine in den eigenen Besitz bringen und mussten sich gegen die Feinde verteidigen. Am Ende konnte jeder mit fetter Beute in die Abendrunde zurückkehren und dem vorletzten Teil der Gute-Nacht-Geschichte lauschen. Doch was der plötzlich auftauchende Wolf im Schilde führt, erfahren die kleinen Wölflein erst morgen.

 

Freitag, 13.07.2018

Unser letzter ganzer Tag auf der Burg begann nach dem stärkenden Frühstück mit einem die Stimmbänder strapazierenden Einstiegsspiel. Die erhoffte Ruhe danach blieb leider trotzdem aus, dennoch wurde danach erfolgreich das Programm für das morgige Eltern-Kind-Fest strukturiert, wofür jedes Kind seinen Teil zum Programm beitragen darf. Nach dem Mittagessen startete die große Aufräumaktion, die vor der Ankunft des kurfürstlichen Paares und seiner Gefolgschaft dringend nötig war. Dieses traf dann auch wie erwartet zum Essen ein und bereitete den jungen Burgbewohnern einen eindrucksvollen letzten Abend, bei dem auch wieder zum Tanz gerufen wurde. Nachdem zum Abschluss des Mahls an der Feuerstelle Stockbrot gemacht wurde, lauschte die Runde dem letzten Teil der Gute-Nacht-Geschichte und erfreute sich an dem Happy End.

 

Samstag, 14.07.2018

Bereits bei den ersten Sonnenstrahlen waren die ersten auch heute auf den Beinen, um den letzten Tag zu begrüßen. Nach dem Frühstück ging es dann auch direkt an die Großaufräumaktion und bald war der gesamte Platz übersäht von Boxen, Schlafsäcken, Luftmatratzen, Eimern und Besen.

Nach erfolgreichem Putzen, Fegen, Räumen stützten wir uns auf die letzten Vorbereitungen fürs Eltern-Kind-Fest. Fleißig wurde geprobt, getanzt, gesungen, gekämpft und der ein oder andere Programmpunkt nochmal umgeworfen. Endlich fertig gewandet, schafften wir es pünktlich zur Ankunftszeit der Eltern ein wunderschönes, vielseitiges Programm aufzustellen. Die Kinder begeisterten mit Schaukampf, Tanz, Gesang, dem „Pony“ (an dieser Stelle dürften sich nun einige zu den wissenden Mitspielern zählen dürfen) und sogar einem Mittelalterquiz und die Anstrengungen lohnten sich sichtlich. Ein letztes Mal ertönten die „zwei kleinen Wölfe“ und wir verabschiedeten uns bei einem Festmahl mit einem lachenden und einem weinenden und vor allem müden Auge.

Kommt gut nach Hause, kleine Wölfe

Wir sehen uns nächstes Jahr ;)