2018 Mittelaltercamp 2

Camptagebuch

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Samstag, 14.07.2018

Die Ruhe vor dem Sturm. Leise ist es auf der Burg und selbst der Mond zeigt sich nicht. Nur die Sterne funkeln auf die emsigen Teamer herab, die noch letzte Vorkehrungen zu treffen haben. Doch nun ist alles gerichtet, die Vorräte aufgestockt, der Plan geschmiedet. Alles, das jetzt noch fehlt, sind die jungen Pagen und Maiden. Wir freuen uns auf euch!

 

Sonntag, 15.07.2018

Eine sanfte Stille herrschte heute Morgen, als die ersten Teamer ihre Nasen aus den Zelten streckten. Gemütlich konnte der Tag angegangen werden, da die meisten Vorbereitungen schon getan waren. Das Klima auf der Burg änderte sich jedoch schnell, als gegen Mittag dreißig junge Burgfräulein und Pagen die Burg und unsere Herzen eroberten. Das Wetter hätte besser nicht sein können, als die Betreuer eine erste Führung über das Areal abhielten.

Wie schnell sich die klimatischen Bedingungen in Obermoschel ändern können, musste die vergnügte Gruppe jedoch am eigenen Leib erfahren: Einem ersten Donnerwetter ob mangelnder Disziplin folgte ein echtes Donnerwetter: Ausgewachsene Sandstürme wurden von Regenschauern gejagt und lautes Grollen aus den Wolken untermalte die Szenerie. Der guten Laune tat dies jedoch keinen Abbruch und spätestens beim Abendessen konnte sich keiner das breite Grinsen verkneifen.

Frisch gestärkt nahmen die Burgbewohner es mit den Naturgewalten um sich auf. Aus voller Kehle wurden mittelalterliche Lieder geschmettert und damit die Wolken aufgebrochen, sodass sich vor ihrem Untergang sogar die Sonne noch zeigte. Mit frischem Mut konnten die jungen Pagen und Burgfräulein dem ersten wichtigen Event entgegenschreiten: Der Aufnahmeprüfung für die Knappen- und Edeldamenausbildung. Sechs Aufgaben – jede schwerer als die anderer – galt es im Team zu bewältigen. Jedoch stellte dies die Recken und Reckinnen vor keine Herausforderung und alle konnten sich zufrieden zur Gute-Nacht-Geschichte um das Lagerfeuer gesellen.

Nun herrscht wieder Stille auf der Burg und noch fleißige Teamer hoffen, dass dies morgen früh so bleibt.

 

Montag, 16.07.2018

Dem Unwetter am Vortag folgte am heutigen Montag strahlender Sonnenschein. Dem viel zu guten Wetter mussten die Burgbewohner mit dem richtigen Schutz trotzen, weswegen jeder sein Gesicht mit weißer Creme verzierte. Doch nicht nur das Wetter machte den Obermoschelern zu schaffen: Ein böser Zauberer verfluchte die jungen Pagen und Maiden, weswegen sie gemeinsam zu einem großen Abenteuer auszogen. Es mussten Flüsse überquert und Schätze gesammelt werden und selbst der Blendzauber des Magiers verunsicherte die Abenteurer nur wenig.

Nach den morgendlichen Erlebnissen hatten die jungen Wilden endlich die Gelegenheit, sich ihre eigene Ausrüstung zusammenzustellen. Recken und Reckinnen stolzierten froh in ihren neuen Gewändern umher, nachdem diese individuell angepasst wurden. Die Holzwerkstatt öffnete ihre Pforten und mit viel Fleiß und Schweiß wurden Schwerter und Schilde gefertigt – natürlich nur von denen, die sich nicht lieber mit trendigen Lederaccessoires schmücken wollten.

Den Abschluss des Tages bildeten die berühmt-berüchtigten Müdmachspiele, bei denen die Kids sich gegenseitig und unter intensiven Anfeuerungsrufen der Teamer über die große Wiese jagten. Wie jedes Jahr gab es bei diesen Spielen genau einen Gewinner – die Teamer – denn nach der abendlichen Geschichte dauerte es nicht lange, bis Ruhe auf dem Zeltplatz einkehrte und alle kleinen Wölfe glücklich und zufrieden im Traumland versanken.

 

Dienstag, 17.07.2018

Ein neuer Morgen begann mit dem Sonnenaufgang und langsam erwachten die Lebensgeister über Schüsseln von Müsli oder frisch geschmierten Brötchen. Gestärkt durch das nährreiche Frühstück zerstreute sich die Gruppe: Einige erlernten in der Arena den richtigen Umgang mit Schild und Schwert, andere erfuhren eine Einführung in die Kunst des Bogenschießens. Wem nicht der Sinn nach Waffengängen stand, ließ seiner Kreativität in der Malstube oder Holzwerkstatt freien Lauf.

Bald rann jedem der Schweiß vom Gesicht und als einige Teamer schon mit den Nasen rümpften, war die Zeit für eine Heldendusche endgültig gekommen. Wie zu erwarten war, artete die Duschaktion in eine kleine Wasserschlacht aus, was zur allgemeiner Erfrischung beitrug.

Mit gehobenem Geruchsniveau stand dann die große Ritterolympiade bevor. In kleinen Teams traten die jungen Pagen und Maiden in vielerlei Disziplinen gegeneinander an. Von Hammerhalten über Kegeln bis hin zu Wettrinken musste eine Vielzahl an Fähigkeiten abgerufen werden.

Zum Abend hin wurde es auf der Burg dann musikalisch: Lieder wurden angestimmt und anschließend das Tanzbein geschwungen. Dabei wurde viel gelacht, denn ob diverser, kollektiver Rechts-Links-Schwächen ging nicht immer alles glatt. Zum Abschluss des Tages lauschten die spürbar müden Kids der Abend-Geschichte, die mit dem bevorstehenden Krieg richtig Spannung aufnahm. Doch wie es weitergeht erfahren wir wie immer morgen.

 

Mittwoch, 18.07.2018

Aufgrund der wachsenden Müdigkeit erschallten die Weckhörner heute verspätet und riefen zum Frühstück. Anschließend konnten die Teamer mit einem breit gefächerten Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten glänzen. Mit Schwertern, Pfeil und Bögen wurden Waffengänge gewagt, Waldläufer mussten Abenteuer bestehen und den Zeltflaggen wurde der letzte Schliff verliehen. Nun ist jedes Zelt dekorativ ausgestattet.

Am Mittag schlüpften die jungen Reckinnen und Recken in die Rolle ihrer (Film)-Idole und spielten heroische Schlachten nach. Mit gepolsterten Schwertern mussten gegnerische Mannschaften den eigenen Läufer beschützen, um einen Ball ins zugehörige Tor zu bugsieren.

Das Ende des Tages bildete das Geländespiel zur Gute-Nacht-Geschichte. Die Teilnehmer durften Partei für eines der verfeindeten Völker ergreifen und Energiekristalle suchen, die auf dem Gelände versteckt waren. Das ganze Unternehmen wurde von bösen Raubrittern noch zusätzlich erschwert. Die ständige Flucht hatte aber auf jeden Fall den Vorteil, dass die Müdigkeit heute Abend jeden übermannte und so schnell Stille auf dem Platz einkehrte.

 

Donnerstag, 19.07.2018

Ein neuer Tag bricht heran. Das Camp liegt noch im Tiefschlaf als die ersten Vögel ihren Morgengesang anstimmen. Nach und nach erwachen die ersten tapferen Ritter und Maiden um sich zum Frühstück zu versammeln. Am Vormittag werden dann knapp 300 Pferde auf der Moschellandsburg gesichtet, die von den Sippen der „Rennenden Raupen“, „Listigen Lachse“ und „hüpfenden Hirsche“ eingefangen und regelmäßig mit Wasser versorgt werden mussten. Dabei mussten sich die Mitglieder der Sippe immer wieder auf den Weg zum Brunnen machen um den Wassernachschub zu sichern um den Durst der Pferde, die die Stallburschen der Sippe gebracht haben, zu stillen - immer der Gefahr ausgesetzt von Raubrittern überfallen zu werden.

Am Nachmittag steht ein großes Reinemachen auf dem Programm. Alle Zelte wurden aufgeräumt, gekehrt und wieder sehr wohnlich eingerichtet. Auch wieder boten die Teamer ein abwechslungsreiches Programm an Aktivitäten rund um die Themen Waldläufer, Bogenschießen, Schwertkampf oder Filzen an. Dabei entstanden wundervolle Meisterwerke und es wurden viele Erfahrungen gesammelt.

Am Abend gab es typisch mittelalterlisch Fleisch, Käse und Gemüse direkt vom Grill auf den Teller und von dort direkt in den Mund. Ein Schmaus für jeden Liebhaber eines festlichen Essens. Um dem leckeren Essen keine Möglichkeit zu bieten, dass es sich an Hüften oder Bäuchen ansetzen konnte, tanzten alle in die Dämmerung des Tages. Als es dunkel wird, rundet eine Nachtwanderung mit zirpenden Grillen den Tag ab und alle „kleinen Wölfe“ verabschieden den ereignisreichen und schönen Tag und freuen sich auf das, was morgen auf sie wartet.

 

Freitag, 20.07.2018

Das am Vorabend eröffnete Angebot eines offenen Frühstücks und damit verbunden einem Langschläfer-Morgen wurde von einer breiten Masse an Teilnehmern und auch Teamern dankend angenommen, weswegen sich der Morgen auf der Moschellandsburg recht ereignislos hinzog. Als die Sonne dann langsam ihrem Zenit entgegen ging, begannen jedoch die emsigen Vorbereitungen für das abendliche Rittermahl und das morgige Eltern-Kind-Fest. So wurde die Taverne durch gründliches Ausfegen, das Aufstellen einer Tafel und dem Sammeln von wunderschöner Dekoration aus dem Wald salonfähig gestaltet. Desweiteren wurden wiederholt Schauspiele und –kämpfe einstudiert.

Nachmittags riefen die Teamer zur Heldendusche und Wasserschlacht: Nicht nur sollten die jungen Pagen und Maiden für den Einzug des Kurfürsten erfrischend duften, sondern auch in der Mittagshitze ein wenig Abkühlung finden. Mit teilweise geflochtenen Haarkränzen und Zöpfen konnte dann das Fürstenpaar samt Gefolge empfangen werden.

Ehrfürchtig empfingen die Moschellandsburger ihren Fürsten, der alsbald das Rittermahl eröffnete. Der Küchenchef tischte schmackhaften Rollbraten, Erdäpfel aus fernen Ländern und einen wundervollen Tomatensalat auf. Nachdem alle Anwesenden ihre Mägen gefüllt hatten, gab es ein munteres Programm zu bestaunen: Von Kartentricks über Gaukler bis hin zu besonderen Gesangseinlagen war viel Unterhaltung geboten, bevor der Fürst zum Tanz aufrief. Als Ausklang des Tages versammelte sich die gesamte Mannschaft wieder am Lagerfeuer und lauschte dem Ende der Gute-Nacht-Geschichte. Nun schlafen alle und sind zu gleichen Teilen freudig aufgeregt, was es morgen noch zu erleben gibt, und traurig, dass unsere gemeinsame Zeit zu Ende geht.