2019 Mittelaltercamp 2

Camptagebuch

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Samstag, 03.08.2019

Am heutigen Morgen erwachten die Burgbewohner mit einem gähnenden und einem weinenden Auge. Der letzte Tag war angebrochen und obwohl noch einiges zu tun war, spürte man die die Trauer um den nahenden Abschied. Vielleicht war es aber auch einfach nur die Müdigkeit, die einige der Pagen trotz Erschallen des Horns noch in ihren Kissen hielt, sodass die Teamer zur bewährten Bratpfanne greifen mussten.

Frisch gestärkt – frisch ans Werk! Einem Sieben-Punkte-Plan folgend wurden die Zelte aufgeräumt und gesäubert, das Gepäck unter der großen Linde verstaut und der Platz für das Eltern-Kind-Fest vorbereitet. Da ein Großteil des Materials nicht weiter auf der Burg benötigt wird, improvisierte die Gruppe einen Real-Life-Tetris-Workshop, im Zuge dessen der Bus beladen wurde.

Dann war es soweit: die Eltern trafen ein und wurden von ihren Kleinen freudig begrüßt. Auf einer eigens für den Anlass errichteten Tribüne durften die Gäste Platz nehmen und dem für sie geplanten Spektakulum beiwohnen. Die jungen Wilden hatten den Tag über noch fleißig geübt, was sich spürbar auszahlte: dem feierlichen Einzug aller Zelte folgte ein buntes Programm, das Schaukämpfe, eine Modenschau, Pantomime und weitere Gaukler, sowie den Eltern-Kind-Fest-Evergreen schlechthin - den „Cup-Song“ - enthielt. Das große Finale bildete ein ausgefeiltes, kleines Theaterstück, welches viele Lacher im Publikum hervorrief.

Im Anschluss an das Programm wurden die erfolgreichsten Talersammler unter den Teilnehmern geehrt und die Teamer verloren noch ein paar Worte über die Woche und eine Menge Lob an ihre Schützlinge. Den gelungenen Abschluss bildeten eine Tanzeinlage, ein Großgruppenkuscheln und die „Kleinen Wölfe“ im großen Kreis um den großen Baum in der Mitte des Burghofes. Nach dem gemeinsamen Beisammensein um Kaffee und Kuchen wurde es langsam wieder still auf der Burg. Schließlich kehrten auch die letzten kleinen und großen Wölfe ihrem zweiten zu Hause den Rücken und zogen heim in ihre sehnlichst vermissten Betten. Dort träumen sie von epischen Schlachten, gutem Essen, fröhlichen Gesängen und der Gemeinschaft, die sie vielleicht nächstes Jahr wieder erleben würden, wenn es wieder einmal heißt: „Es ist nun wieder mal höchste Zeit, wir ziehen auf die Burg – Rüstung, Schwerter, Schilde bereit!“

 

Freitag, 02.08.2019

Das Frühstück am sechsten Morgen verzögerte sich leicht, als ein Großteil des Küchendienstes noch im Tiefschlaf den Wecker dreist überhörte. Der gemächliche Beginn des Tages bei den letzten Schliffen in Mal- und Holzwerkstatt wurde schnell abgelöst von geschäftigem Treiben, denn am letzten Abend des Camps wartete ein großes Fest auf die Burgbewohner: Nicht nur würde der Kurfürst seine Residenz für ein großes Rittermahl besuchen, es stand auch eine Ehrung für zwei langgediente Teamer bevor.

Emsig wurden Taverne und Bühne gefegt, der Burghof aufgeräumt und alles hübsch dekoriert. Zusätzlich wurden im Wald Bänke gestellt und ein Altar gebaut. Die Konstruktion wurde mit einem Holzkreuz und Blumen geschmückt und somit eine kleine Naturkirche geschaffen, in der die Zeremonie stattfinden würde.

Als der Kurfürst dann endlich mit seinem Gefolge einzog, waren die Kleinen bereits instruiert und verstummten – so still hatte das Betreuerteam seine Schützlinge die ganze Woche noch nicht erlebt. Im Spalier erwarteten sie die adligen Ehrengäste um Kurfürst Aaron den Ersten seines Namens. Erzbischof und Ritter leiteten den anschließenden Gottesdienst, im Zuge dessen Anna und Sina analog zur Gute-Nacht-Geschichte zu Ritterinnen geweiht wurden.

Zu Ehren der Beiden lud der Kurfürst alle Burgbewohner in seinen Speisesaal, wo Bedienstete Braten, Erdäpfel und Tomatensalat auftrugen. Karaffe um Karaffe vom guten Apfelsaft wurde eingeschenkt und wieder geleert. Das Mahl wurde von einem bunten Programm, das die jungen Wilden zusammengestellt hatten, hervorragend abgerundet. Als die Spielmänner zum Tanz aufspielten und beim anschließenden Spaziergang in den Weinbergen des Fürsten konnten die gesättigten Mägen die Mahlzeit verdauen, bevor das große Finale der Gute-Nacht-Geschichte anstand. Nun ist Johannas Abenteuer vorbei und auch unser Abenteuer diese Woche neigt sich dem Ende zu.

 

Donnerstag, 01.08.2019

Auf das Spiel, mit dem der heutige Tag begann, hatten sich die Teilnehmer schon die ganze Woche über gefreut. Dementsprechend enthusiastisch war die Stimmung beim allseits bekannten Kampf um die Flaggen zweier befeindeter Teams. Das Hochgefühl wurde durch das Mittagessen in Form von Kaiserschmarrn so richtig abgerundet.

Das Programm am Mittag wurde sehr bunt gemischt: Bogenschießen, Schwertkampf, Tanzen, Heldendusche, Holzhacken beobachten und dem Feuer zusehen waren nur ein Teil der Aktivitäten, denen die jungen Wilden frönen durften. Ein buntes Salatbuffet und frisches Fleisch vom Grill krönten den Tag, bevor die Burgbewohner am Feuer zusammenkamen und hörten, wie die kleine Johanna ihre Ritterinnenweihe empfing. Schnell verstummten die Stimmen auf der Burg, so groß wurde die Müdigkeit. Lediglich die Grillen zirpten munter um die Wette.

 

Mittwoch, 31.07.2019

Der Morgen des vierten Tages brachte den großen Showdown mit sich, auf den viele der jungen Wilden gewartet hatten: die Obermoscheler Ritterspiele. In mehreren Disziplinen traten die Teilnehmer gegeneinander an und bewiesen ihre Fähigkeiten. Im Anschluss daran öffneten wieder einige Workshops ihr Angebot: Malermeister verzierten ihre Schilde und gefertigten Gips-Krüge und Schwertkämpfer wie Bogenschützen wagten einen Waffengang. Dazu wurden Mäntel genäht und Laschen aus Leder gefertigt.

Am Mittag wurde die betriebsame Kreativität durch etwas rhythmische Bewegung abgewechselt, als die elektronischen Spielmänner zum Tanz aufspielten. Konzentriert wurden die Schritte einstudiert und begeistert zur Musik gesummt.

Am Abend schließlich gab es noch ein großes Geländespiel, bei dem sich die jungen Wilden in zwei Teams gegenüberstanden und um leuchtende Edelsteine kämpften, die auf der gesamten Burg verteilt worden waren. Zusätzlich zu den Feinden machten Ihnen noch die schwarzen Ritter in Form von Teamern das Leben schwer. Umso größer war die Freude, als bei Einbruch der Nacht die Feuer der Burg entzündet und Stockbrotteig herumgereicht wurde. Immer noch kauend lauschten die Kleinen gebannt den Worten des Erzählers, der von der großen Schlacht um Orleans berichtete.

Endlich irgendwann krochen der und die Letzte in ihre Schlafsäcke und es wurde still. Sterne leuchteten herab auf die Burg und bewachten den Schlaf der kleinen und großen Wölfe.

 

Dienstag, 30.07.2019

Kikerikiii! Kikerikiii! Fast hätten die Teamer heute verschlafen, so gut hatten ihre Schützlinge die Strafpredigt vom Vortag verinnerlicht. Es wurde erst laut, als vor dem Frühstück ein Ständchen für das heutige Geburtstagskind geträllert wurde. Mit gefüllten Mägen begaben sich die jungen Wilden auf eine Abenteuerreise, auf deren Wegen sie diverse Aufgaben im Gruppenverband lösen mussten. Als sie am Ende auch noch Schiffbruch erlitten, schafften sie es dennoch selbst die Verletzten ans sichere Festland zu bringen. Dort heilten die Verletzungen zum Glück schlagartig.

Am Mittag brachten zwei angereiste Gäste Abenteuer beim Waldläufertraining auf die Burg und emsige Kräutersammler machten sich auf zu einem Spaziergang. Hämmern und Sägen drang wie am Vortag aus der Holzwerkstatt, wie nebenher fabrizierte die Schneiderei Gugeln und auch die Gewänder wurden an diesem Tag alle gefärbt.

Den Abend beschlossen die Burgbewohner so, wie er begann: Gruppendynamische Spiele forderten die Kooperationsfähigkeiten der Kleinen heraus. Besonders bei den Fangesängen und pantomimischen Darstellungen von Burgfräulein, Ritter und Drachen stieg die Moral und Stimmung in der Gemeinschaft erheblich. Man merkte, dass die Teilnehmer endlich voll und mit ganzen Herzen angekommen waren, so wie die kleine Johanna in der Gute-Nacht-Geschichte am Hofe des Prinzen ankam. Doch wie die Geschichte der Burgbewohner weitergeht, erfahren wir erst morgen.

 

Montag, 29.07.2019

Als die Sonne am Himmel stand, begannen die Teamer über den ganzen Platz zu wuseln – sie suchten unter jedem Stein, hinter jedem Baum – doch die Ruhe der Vortage blieb zur ihrem Unmut verschwunden. Auch der Versuch, die plappernden Münder mit Nutella-Brötchen und Müsli-Schalen zu stopfen, scheiterte kläglich. Lediglich der Hunger wurde gestillt.

Nach dem Frühstück führten die mit Speeren bewaffneten Betreuer ihre Horde auf die große Wiese, um sie in der Kunst des Krieges zu unterweisen. Schildwälle wurden errichtet, bis dieses Element den Pageninnen und Pagen in Mark und Bein übergegangen war. Es wurde in Formation marschiert und auf die Feinde zugestürmt. Sogar eine Schildkrötenformation zierte kurz den Exerzierplatz.

Den Mittag über fackelten die Teamer ein ganzes Feuerwerk von Workshops ab: Die Holzwerkstatt öffnete die Pforten und brachte Schwerter und Schilde im Akkord zuvor, Armschienen und Beutel wurden bei den Lederarbeiten kreiert, die Modellierung von Anhängern und Gefäßen mit Gips fand großen Anklang und die Nähmaschinen surrten um die Wette, um allen Kleinen ein neues Gewand anzupassen.

Am Abend hatten die jungen Wilden dann die Gelegenheit, Heiligtümer um ihre Schätze zu erleichtern und gegen den neidischen Zauberer ins Feld zu ziehen. Dabei galt es ausgewählte Spiele, die von den Teamern hinter vorgehaltener Hand unter dem Begriff „Müdmachspiele“ zusammengefasst wurden, zu bestehen. Die Bezeichnung wurde dem Programm gerecht, sodass die kleinen Wölflein erschöpft wieder auf die Burg und letztendlich in ihre Betten zurückkehrten.

 

Sonntag,28.07.2019

Es war sehr ruhig am Morgen des ersten Camptages. Genüsslich gähnten die Teamer, als sie erholt ihr Zelt verließen und zum Frühstück trabten. Es war sehr ruhig. Es herrschte die Ruhe vor dem Sturm. Dieser zog dann auch in Form von knapp dreißig jungen Pagen und Paginnen gegen Mittag über die Burg. Mit winkendem Zaunpfahl verabschiedeten die Teamer die Eltern, denen deren Kleinen noch hinterherwinken durften.

Dann konnte es so richtig losgehen: Bei einem Rundgang hatten die Neuankömmlinge die Chance, das Areal der Burg näher zu erkunden. Nachdem im Anschluss die Zelte bezogen wurden, durften sich die Teilnehmer dann gegenseitig beschnuppern. Erste Namensspiele zauberten fröhliche Mienen und ein Gemeinschaftsgefühl auf den Burghof.

Endlich richtig angekommen hatten die jungen Wilden direkt die Chance, sich beim Aufnahmeritual und den darin enthaltenen Aufgaben zu beweisen. Das alles stellte selbstverständlich kein großes Problem für die kleinen Recken dar. Diese waren danach noch so energiegeladen, dass die Teamer spontan einige Kreis- und Laufspiele aus dem Hut zauberten. Die gelaufenen Meter zeigten bei der Gute-Nacht-Geschichte direkt ihre Wirkung, denn die Ruhe vom Morgen stellte sich schnell in der um das Lagerfeuer sitzenden Gruppe ein. Hoffentlich auch in der kommenden Nacht bis in den Morgen hinein.

 

Samstag, 27.07.2019

Es war einmal in einem Sommer in 2019, da reisten junge Pagen und Paginnen gen Obermoschel. Sie waren frohen Mutes und ganz gespannt, welche Abenteuer sie dort auf der Moschelandsburg erwarten würden. Zu jener Zeit waren die Höflinge schon emsig am Werken und Präparieren: die Lage der Unterkünfte wurde mehrfach kontrolliert, die Taverne auf Vordermann gebracht und die Ankunft der jungen Wilden vorbereitet. Die Material- und Essensvorräte wurden mehrfach überprüft, aufgestockt und geordnet. Bei all diesen Dingen liegt jedoch eine Sache greifbar in der Luft: die Vorfreude auf die, die da kommen würden. Die Vorfreude auf euch!